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Unsere vergangenen Termine 2018

Do. 1.2. 2018 · 20 Uhr · Stephanssaal, Ständehausstr. 4, 76133 Karlsruhe

Die Veranstaltung ist ausverkauft.

Daniel Kehlmann

liest aus

Tyll

Tyll Ulenspiegel – Vagant, Schausteller und Provokateur – wird zu Beginn des 17. Jahrhunderts als Müllerssohn in einem kleinen Dorf geboren. Sein Vater, ein Magier und Welterforscher, gerät schon bald mit der Kirche in Konflikt. Tyll muss fliehen, die Bäckerstochter Nele begleitet ihn. Auf seinen Wegen durch das von den Religionskriegen verheerte Land begegnen sie vielen kleinen Leuten und einigen der sogenannten Großen: dem jungen Gelehrten und Schriftsteller Martin von Wolkenstein, der für sein Leben gern den Krieg kennenlernen möchte, dem melancholischen Henker Tilman und Pirmin, dem Jongleur, dem sprechenden Esel Origenes, dem exilierten Königspaar Elisabeth und Friedrich von Böhmen, deren Ungeschick den Krieg einst ausgelöst hat, dem Arzt Paul Fleming, der den absonderlichen Plan verfolgt,

Gedichte auf Deutsch zu schreiben, und nicht zuletzt dem fanatischen Jesuiten Tesimond und dem Weltweisen Athanasius Kircher, dessen größtes Geheimnis darin besteht, dass er seine aufsehenerregenden Versuchsergebnisse erschwindelt und erfunden hat. Ihre Schicksale verbinden sich zu einem Zeitgewebe, zum Epos vom Dreißigjährigen Krieg. Und um wen sollte es sich entfalten, wenn nicht um Tyll, jenen rätselhaften Gaukler, der eines Tages beschlossen hat, niemals zu sterben.

„Tyll“, der neue Roman von Daniel Kehlmann („Die Vermessung der Welt“, „Ruhm“, „F“ und „Du hättest gehen sollen“), ist die Neuerfindung einer legendären Figur: ein großer Roman über die Macht der Kunst und die Verwüstungen des Krieges, über eine aus den Fugen geratene Welt.

Eintritt: 12,00 €, ermäßigt: 10,00 €, Mitglieder: 8,00 €

Veranstalter und Kartenvorverkauf:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe

Mo. 5.2. 2018 · 20 Uhr · KOHI-Kulturraum, Werderstr. 47, 76137 Karlsruhe

Sina Pousset

LESUNG SÜD liest aus

Schwimmen

Wer springt, hat zwei Möglichkeiten: schwimmen oder untergehen.

Milla und Jan kennen sich seit Kindertagen. In einem heißen Sommer fahren sie gemeinsam mit Jans Freundin Kristina ans Meer. Drei Tage lang schweben sie zwischen Angst, Liebe und Sehnsucht. Bis sich alles bei einem heftigen Gewitter katastrophal entlädt. Jan überlebt nicht. Vier Jahre später sind Milla und die kleine Emma an einem kalten Morgen durch die große Stadt unterwegs. Da findet Milla etwas, das sie an Jan erinnert und stellt sich endlich der Vergangenheit.

Ein Roman voller zarter Melancholie und berührender Bilder, die einen nicht mehr loslassen.

Veranstalter:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe · KOHI-Kulturraum e.V.

Di. 6.2. 2018 · 19 Uhr · Literaturhaus im Prinz-Max-Palais, Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe

Jan Knopf

Lesung und Gespräch

Die Kunst beginnt da, wo sie aufhört, gesund zu sein

Bertolt Brecht

Die Hure Babylon Berlin feiert ihre Auferstehung in Fernsehen und Kino. Die Zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts sind wieder „in“. Die Frage nach der Verbindlichkeit von Moral löst nur noch müdes Lächeln aus und das Vertrauen in die Politik schwindet angesichts von Korruption, Raffgier und Egoismus.

Da kommen 120 Jahre Bertolt Brecht sowie 90 Jahre Dreigroschenoper im Jahr 2018 gerade recht. Denn wovon lebt der Mensch? Indem er stündlich den Menschen peinigt, auszieht, anfällt, abwürgt und frisst. Brechts „Mann ist Mann“ (1926) war das Schlüsselstück der Weimarer Republik. Während die Forschung den Brecht inzwischen recycelt, sein Verlag ihn „endgültig“ in der staubigen Ecke der Klassiker abstellt, fordert Jan Knopf die ursprüngliche Fragwürdigkeit und das Provokative seiner Texte neu heraus. Denn Brecht war bereits am Ende der Golden Twenties ein Weltstar der neuen Pop-Kultur. Er leitete sie 1920 als Song-Writer mit dem Civilis-Song in Deutschland ein und versetzte 1928 mit seiner von Kurt Weill vertonten Dreigroschenoper der Herrschaft der etablierten Kultur den K.O.-Schlag.

Jan Knopf absolvierte ein Studium der Deutschen Philologie, Philosophie und Geschichte in Göttingen, promovierte als Dr. phil. 1972. Seine Habilitation erfolgte 1977. Seit 1984 ist Jan Knopf Professor für Literaturwissenschaft am KIT in Karlsruhe, seit 1989 Leiter der 'Arbeitsstelle Bertolt Brecht' (ABB) am Institut für Literaturwissenschaft des KIT.

Eintritt frei

Veranstalter:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe

Do. 8.2. 2018 · 19 Uhr · Literaturhaus im Prinz-Max-Palais, Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe

Ralph Dutli

Mittelalter liest

Winterpech und Sommerpech

Texte des Dichters Rutebeuf

Er polemisierte gegen die Allmacht des Geldes, gegen die Heuchler und Wahrheitsverdreher und verhehlte seine eigenen Süchte und Dämonen nicht: Der Pariser Dichter Rutebeuf (1230-1285) gibt packende Einblicke in das Leben eines gesellschaftlichen Außenseiters im Mittelalter und berichtet von einer Welt in der Krise. Erstmals in 750 Jahren werden die Texte eines der originellsten Dichter des Mittelalters auf Deutsch lesbar.

Ralph Dutli liest Rutebeuf und stellt seine „Kleine Trilogie des 13. Jahrhunderts“ vor, die dem Leser ein unbekanntes, fremdes und zugleich erstaunlich modern anmutendes Mittelalter nahebringen und die Wurzeln der Moderne im Mittelalter aufspüren will.

Ralph Dutli, geboren 1954, ist Romanautor, Lyriker, Essayist, Biograf und Übersetzer. Er lebt in Heidelberg. Für seinen Roman „Soutines letzte Fahrt“ (2013), der in mehrere europäische Sprachen übersetzt wurde, bekam er den Rheingau Literaturpreis 2013, den Preis der LiteraTour Nord 2014 sowie den Düsseldorfer Literaturpreis 2014 für sein literarisches Gesamtwerk. Zuletzt erschien sein Roman „Die Liebenden von Mantua“ (2015).

Eintritt: 8,00 €, ermäßigt: 6,00 €, Mitglieder: 4,00 €

Veranstalter und Kartenvorverkauf:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe

Di. 27.2. 2018 · 19 Uhr · Literaturhaus im Prinz-Max-Palais, Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe

Martin Mosebach

liest aus

Die 21

Eine Reise ins Land der koptischen Martyrer

Im Frühjahr 2017 reiste Martin Mosebach nach Ägypten. Er besuchte im Dorf El-Or die Familien der 21 koptischen Männer, die zwei Jahre zuvor von IS-Terroristen an einem Strand in Libyen ermordet worden waren. Er saß in Empfangszimmern, durch die die Schwalben flogen, und machte sich ein Bild: von den Madonnenbildern und Jesus-Porträts an den Wänden, den grob geschreinerten Reliquienschränken, von einer Lebenswelt, in der alles die Spiegelung oder Erfüllung biblischer Vorgänge ist. Immer wieder wurde ihm, umgeben von Kindern, Ziegen, Kälbern, auf einem iPad das grausame Propagandavideo des IS vorgeführt; er staunte über den unbefangenen Umgang damit. Von Rache war nie die Rede, sondern vom Stolz, einen Martyrer in der Familie zu haben, einen Heiligen, der im Himmel ist.

So erscheinen die 21 auf den neuen Ikonen gekrönt wie Könige. Martin Mosebach hat ein Reisebuch geschrieben über seine Begegnung mit einer fremden Gesellschaft und einer Kirche, die den Glauben und die Liturgie der frühen Christenheit bewahrt hat – der „Kirche der Martyrer“, in der das irdische Leben von der himmlischen Sphäre nur wie durch ein Eihäutchen geschieden ist. Er traf den Bischof und die koptischen Geistlichen der 21 Wanderarbeiter, besuchte ihre Kirchen und Klöster. In den Zeiten des Kampfes der Kulturen sind die Kopten als Minderheit im muslimischen Ägypten zu einem politischen Faktor geworden – und zu einer Art religiösen Gegengesellschaft. Damit ist dieses Buch auch ein Bericht aus dem Innenleben eines arabischen Landes zwischen biblischer Vergangenheit und den Einkaufszentren von Neu-Kairo.

Eintritt: 10,00 €, ermäßigt: 8,00 €, Mitglieder: 6,00 €

Veranstalter und Kartenvorverkauf:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe

Mo. 5.3. 2018 · 20 Uhr · KOHI-Kulturraum, Werderstr. 47, 76137 Karlsruhe

Anna Basener

LESUNG SÜD liest aus

Als die Omma den Huren noch Taubensuppe kochte

Sie schrieb unter Pseudonym Arztromane und finanzierte so ihr Literaturstudium in Hildesheim: Anna Basener gilt als „Königin der Groschenromane“ (Die Zeit), ihr Ratgeber Heftromane schreiben und veröffentlichen als Standardwerk. Von diesem Genre hat sie sich mit ihrem Debüt Als die Omma den Huren noch Taubensuppe kochte verabschiedet. Geblieben ist die Liebe für Kitsch, Trash und Popliteratur. Entstanden ist ein urkomischer Ruhrpott-Roman. Die Filmrechte sind bereits vergeben.

Worum geht es?
Omma ist eine Ruhrpottikone. Sie war Wirtschafterin im Puff, bis sie den brutalen Zuhälter nicht mehr ertragen konnte und ihn kurzerhand mit einer Flasche Korn erschlagen hat. Als die Mitzi, ehemalige Prostituierte und Vertraute, stirbt, bricht die Omma alle Zelte in Essen ab und zieht zu ihrer Enkelin Bianca nach Berlin.

Veranstalter:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe · KOHI-Kulturraum e.V.

Mi. 7.3. 2018 · 19 Uhr · Literaturhaus im Prinz-Max-Palais, Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe

Arno Geiger

liest aus

Unter der Drachenwand

1944: Veit Kolbe, in Russland verwundet, ist Soldat auf Urlaub. Er verbringt ein paar Monate an der 1.176 Meter hohen „Drachenwand“ am Mondsee. Hier trifft er zwei junge Frauen. Der Krieg scheint verloren, doch das Ende ist nicht absehbar. In Veit keimt die Hoffnung, dass irgendwann wieder das Leben beginnt. Arno Geiger erzählt in seinem neuen Roman „Unter der Drachenwand“ meisterhaft von der Suche nach Normalität, der Macht der Geschichte – und von Liebe.

Arno Geiger, 1968 geboren, lebt in Wien und Wolfurt. Von ihm erschienen sind unter anderem die Romane „Es geht uns gut“ (2005), „Alles über Sally“ (2010) und „Selbstporträt mit Flusspferd“ (2015). Er erhielt unter anderem den Deutschen Buchpreis (2005), den Johann-Peter-Hebel-Preis (2008), den Hölderlin-Preis (2011), den Literaturpreis der Adenauer-Stiftung (2011) und den Alemannischen Literaturpreis (2017).

Eintritt: 10,00 €, ermäßigt: 8,00 €, Mitglieder: 6,00 €

Veranstalter und Kartenvorverkauf:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe

Mo. 12.3. 2018 · 19 Uhr · Literaturhaus im Prinz-Max-Palais, Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe

Ina Hartwig

liest aus

Wer war Ingeborg Bachmann?

Eine Biographie in Bruchstücken

Als Mythos glorifiziert, von der feministischen Rezeption zunächst abgelehnt und dann zur Ikone erhoben. Ingeborg Bachmann wird seit Jahrzehnten immer wieder neu entdeckt; mal als unzugängliche Diva, mal als am eigenen und kollektiven Leid zerstörte Drogenabhängige.

Ina Hartwig schaut hinter die Fassade und entdeckt in zahlreichen Gesprächen mit Zeitzeugen wie Hans Magnus Enzensberger, Martin Walser oder Henry Kissinger eine andere Persönlichkeit: Ingeborg Bachmann als politisch denkende Intellektuelle und Medienprofi, als Dichterin, die trotz all ihrer Gefährdungen überrascht mit Witz und lebenspraktischer Klugheit.

Ina Hartwig, geboren 1963 in Hamburg, studierte Romanistik und Germanistik in Avignon und Berlin. Sie lehrte unter anderem an der FU Berlin und war langjährige verantwortliche Literaturredakteurin bei der Frankfurter Rundschau. 2011 wurde sie mit dem Alfred-Kerr-Preis ausgezeichnet. 2016 wurde sie zur Kulturdezernentin in Frankfurt am Main ernannt.

Eintritt frei

Veranstalter:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe

Mi. 21.3. 2018 · 19 Uhr · Literaturhaus im Prinz-Max-Palais, Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe

Angelika Klüssendorf

liest aus

Jahre später

Mit „Das Mädchen“ und „April“ – beide auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis – schrieb Angelika Klüssendorf die Geschichte einer starken jungen Frau, die ihren Weg geht unter widrigen Umständen. „Jahre später“ erzählt nun von der intensivsten, aber auch zerstörerischsten Beziehung des erwachsenen Mädchens April – ihrer Ehe.

Auf einer Lesung lernt April einen Mann kennen, der ihr zunächst durch seine dreist raumnehmende Art auffällt. Es ist nicht Sympathie, die sie zusammenführt. Es ist eine andere Form der Anziehung: Intensität. Eine schicksalhafte Begegnung. Denn Ludwig, der Chirurg aus Hamburg, wird für April zum Lebensmenschen werden – und April für ihn. Im Guten wie im Schlechten.

Angelika Klüssendorf erzählt, wie eine Liebe zwischen zwei radikalen Einzelgängern entsteht, die beide mit ihren eigenen Mitteln versuchen, ins Soziale zu finden und zu sich selbst. Es ist eine Geschichte von Öffnungsbereitschaft, glühender Gemeinsamkeit, aber auch den unaufhaltsamen Fliehkräften, die das Paar auseinandertreiben.Ohne jemals Partei zu ergreifen oder seine Figuren zu denunzieren, entwickelt „Jahre später“ die Anatomie einer toxischen Partnerschaft. Als Leser wünscht man bis zuletzt, dass es gelingen möge, und zugleich, dass es endlich ein Ende hat mit den beiden. Messerscharfe Prosa, die keinen Moment lang unberührt lässt.

Eintritt: 10,00 €, ermäßigt: 8,00 €, Mitglieder: 6,00 €

Veranstalter und Kartenvorverkauf:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe

Mo. 9.4. 2018 · 20 Uhr · KOHI-Kulturraum, Werderstr. 47, 76137 Karlsruhe

Lilian Loke

LESUNG SÜD liest aus

Auster und Klinge

Victor führt ein Doppelleben, als Hotelfachmann und Einbrecher. Als er wegen eines Bruchs im Gefängnis landet und von Frau und Tochter verstoßen wird, will er nach der Haft nur noch eines: Ein eigenes Restaurant eröffnen, um seine Familie zurückzugewinnen. Auch Georg hat zwei Identitäten, als Künstler einerseits und Erbe eines milliardenschweren Schlachtkonzerns andererseits.

Doch Georg rührt seinen Erbteil nicht an, hasst die barbarischen Produktions- und Arbeitsbedingungen nicht nur in der familieneigenen Firma genauso, wie er den Kunstbetrieb verachtet: Er will die Gesellschaft mit radikalen Kunstaktionen aufrütteln – mit Aktionen, die wehtun.
Als Victor zufällig bei Georg unterkommt, treffen sie eine Abmachung: Victor bringt Georg das Einbrechen bei. Dafür erhält er von Georg das Kapital für sein ersehntes Restaurant. Der Plan scheint aufzugehen, bis Georgs Aktionen außer Kontrolle geraten ...

Virtuos und mit bösartiger Komik erzählt Lilian Loke von einem riskanten Deal in einer erbarmungslosen Welt.

Veranstalter:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe · KOHI-Kulturraum e.V.

Di. 10.4. 2018 · 19 Uhr · Literaturhaus im Prinz-Max-Palais, Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe

Wolfgang Schorlau

Eurorettung liest aus

Der große Plan

Denglers neunter Fall

Georg Dengler droht an seinem bisher größten Fall zu scheitern: Wer hat die EU-Beamtin Angela Förster entführt? Was hatte sie mit der sogenannten Griechenlandrettung zu tun? Und vor allem: Wo sind die Milliarden europäischer Steuergelder wirklich gelandet?

Endlich, die mageren Jahre sind vorbei! So jedenfalls scheint es dem Stuttgarter Privatermittler Georg Dengler. Zum ersten Mal ergattert er einen wirklich gut bezahlten Auftrag: Das Berliner Auswärtige Amt will, dass er nach der Mitarbeiterin Angela Förster sucht. Ein Handyvideo legt nahe, dass sie entführt wurde. Mithilfe seiner technisch versierten Freundin Olga gelingt es Dengler, vier verdächtige Männer zu identifizieren. Bevor er sie befragen kann, werden sie allesamt ermordet. Gibt es einen Verräter im Auswärtigen Amt? Oder gibt Denglers neue Mitarbeiterin Petra Wolff Informationen an die Killer weiter? Denglers Ermittlungen enden in einer Sackgasse.

Die Entführte war als Beamtin an die Troika ausgeliehen worden, die Griechenland die Bedingungen der Eurogruppe diktiert hat. Liegt hier der Schlüssel für den Fall? Dengler nimmt einen neuen Anlauf und stößt auf das größte Geheimnis der sogenannten Griechenlandrettung: Auf welchen Konten sind die vielen Milliarden europäischer Steuergelder letztlich gelandet? Als Dengler die Namen der Personen und Institutionen ermittelt, die diese gewaltigen Summen kassiert haben, gerät er selbst ins Visier ...

Eintritt: 10,00 €, ermäßigt: 8,00 €, Mitglieder: 6,00 €

Veranstalter und Kartenvorverkauf:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe

Do. 12.4. 2018 · 20 Uhr · Konzerthaus, Festplatz, 76137 Karlsruhe

Martin Walser

liest aus

Gar alles

oder Briefe an eine unbekannte Geliebte

„Was, bitte, wäre ich lieber als ich? Alles andere als ich.“
Das sagt Justus Mall, der früher einmal anders hieß. Oberregierungsrat war er, zuständig für Migration, aber dann kam der Tag, an dem er etwas Unbedachtes machte, und seitdem ist er Philosoph, zuständig für alles und nichts. Doch das ist nicht das einzige Dilemma seines Lebens. Tag und Nacht liegt er im Streit mit den Umständen, zu denen er es als Liebender hat kommen lassen. Ist es vielleicht leichter, keine Frau zu haben als nur eine? Er jedenfalls liebt zwei, und weil das nicht gehen kann, beginnt er, einen Blog zu schreiben – auf der Suche nach einem Menschen, der genau das ist, was ihm fehlt.

Was für ein sagenhaftes Paradox: Ein Mann, für den Wirklichkeit ein Gespinst aus erfundenen Fäden ist, hofft ausgerechnet in einem Weblog, so etwas wie Nähe zu finden. Er richtet seine Selbstgespräche an eine unbekannte Geliebte und weiß doch, sie ist nicht mehr als eine Illusion. In früheren Romanen ließ Martin Walser noch Briefe und E-Mails hin und her gehen, in „Gar alles“ gibt es das nicht mehr. Hier ruft einer ins Irgendwo, ist zurückgeworfen auf sich selbst, hat für das, was er empfindet, keinen Adressaten mehr. Ein völlig geklärt geschriebener Roman über lauter Ungeklärtes, ein in seiner existentiellen Dringlichkeit ungeheuerliches, überwältigendes Buch.

Veranstalter:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe · KMK

Mo. 16.4. 2018 · 19 Uhr · Literaturhaus im Prinz-Max-Palais, Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe

Dietmar Dath

liest aus

Der Schnitt duch die Sonne

Überall ist Politik. Sechs Menschen werden zusammengerufen, um zur Sonne zu reisen: eine Schülerin, ein Koch, ein Finanzberater, eine Mathematikerin, ein Gitarrist und eine Pianistin. Sie erfahren, dass es dort eine Zivilisation gibt, die anders ist als alles, was Menschen kennen. Mit neuen Körpern sollen sie drei große Aufgaben bewältigen und geraten dabei zwischen die Fronten eines gewaltigen Konflikts.

„Der Schnitt durch die Sonne“ steht in der Tradition von H.G. Wells, Stanislaw Lem und Arno Schmidt. Ein abenteuerlicher, philosophischer und politischer Roman, der sich den drängenden Fragen unserer Gegenwart stellt, ein Roman einer großen politischen Feuerprobe für die Menschheit unserer Epoche.

Eintritt: 10,00 €, ermäßigt: 8,00 €, Mitglieder: 6,00 €

Veranstalter und Kartenvorverkauf:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe

Mo. 23.4. 2018 · 19 Uhr · Literaturhaus im Prinz-Max-Palais, Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe

Kristin Ross

Vortrag auf Englisch

May 68 and Its Afterlives

Von der Revolution zur Revolte. Zur Umdichtung der französischen 68er

Kristin Ross, Romanistin an der New York University, Expertin für Revolten und Revolutionen in Frankreich und speziell für den „Mai 68“, hält – erstmals in Karlsruhe – einen Vortrag auf Basis ihrer 2002 bei der Chicago University Press erschienenen Studie „May 68 and Its Afterlives“. Ross‘ Hauptthese ist: Der „Mai 68“ wurde vom herrschenden politischen System Frankreichs – und Deutschlands – als Jugend- und Kulturrevolte eingeordnet, anstatt als fundamentalpolitisches, radikaldemokratisches Moment, in dem Arbeiter und Intellektuelle – vielleicht zum ersten und letzten Mal in Europa – Seite an Seite demonstrierten. Ross nennt diese Konstruktion „a police conception of history“.

„… it was not a student uprising but one that briefly erased the labels ‚student‘, ‚worker‘, ‚intellectual‘, ‚farmer‘ etc.; it was not a social or cultural upheaval but a political one;“

Es ging im „Mai 68“ laut Ross um die Überwindung der Differenzierung zwischen manueller und intellektueller Arbeit. Dabei legt Ross’ Analyse besonderes Augenmerk auf die Rolle der Frauen in der 68er-Bewegung.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Europäischen Kulturtage Karlsruhe 2018 in Zusammenarbeit mit der Stiftung Centre Culturel Franco-Allemand Karlsruhe

Eintritt: 10,00 €, ermäßigt: 8,00 €, Mitglieder: 6,00 €

Veranstalter und Kartenvorverkauf:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe

Do. 3.5. 2018 · 19 Uhr · Stadtmuseum, Prinz-Max-Palais, Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe

Heinz Bude

EKT:2018 liest aus

Adorno für Ruinenkinder

Eine Geschichte von 1968

1968 – was steckte wirklich hinter der Revolte? Heinz Bude zieht fünfzig Jahre danach Bilanz.

Die Achtundsechziger polarisieren noch immer. Heinz Bude hat mit Männern und Frauen gesprochen, die damals dabei waren. Gemeinsam ist ihnen der Aufbruch aus der Kindheit zwischen Ruinen in eine Welt des befreiten Lebens. Aber Adorno gab ihnen auf den Weg, dass es einem umso schwerer wird, sich in der Gesellschaft nützlich zu machen, je mehr man von der Gesellschaft versteht. Mit einer trostlosen Vergangenheit im Rücken wollten sie die Gesellschaft verändern, um ein eigenes Leben zu finden.

Eine Buchvorstellung im Rahmen der Europäischen Kulturtage Karlsruhe 2018

Eintritt: 8,00 €, ermäßigt: 6,00 €, Mitglieder: 4,00 €

Veranstalter und Kartenvorverkauf:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe · Stadt Karlsruhe

Mo. 7.5. 2018 · 19 Uhr · Literaturhaus im Prinz-Max-Palais, Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe

Peter Stamm

liest aus

Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt

Christoph verabredet sich in Stockholm mit der viel jüngeren Lena. Er erzählt ihr, dass er vor zwanzig Jahren eine Frau geliebt habe, die ihr ähnlich, ja, die ihr gleich war. Er kennt das Leben, das sie führt, und weiß, was ihr bevorsteht. So beginnt ein beispiellos wahrhaftiges Spiel der Vergangenheit mit der Gegenwart, aus dem keiner unbeschadet herausgehen wird.

Können wir unserem Schicksal entgehen oder müssen wir uns abfinden mit der sanften Gleichgültigkeit der Welt? Das eigene Leben noch einmal erleben. Soll man sich das wünschen?

Peter Stamm, der große Erzähler existentieller menschlicher Erfahrung, erzählt auf kleinstem Raum eine andere Geschichte der unerklärlichen Nähe, die einen von dem trennt, der man früher war.

Eintritt: 10,00 €, ermäßigt: 8,00 €, Mitglieder: 6,00 €

Veranstalter und Kartenvorverkauf:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe

Di. 15.5. 2018 · 20 Uhr · Literaturhaus im Prinz-Max-Palais, Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe

Joachim Zelter

liest aus

Im Feld

Roman einer Obsession

„Rennradtreff. Christi Himmelfahrt. Donnerstag um 10 Uhr. Der Radverein lädt ein. Auch Nichtmitglieder sind willkommen!“ Mit dieser Ankündigung gerät der Erzähler mitten hinein in die Parforce-Fahrt einer Rennradgruppe, die bald alle Maße und Vorstellungen sprengt.

Virtuos erzählt Joachim Zelter die Sogwirkung eines rastlosen Pelotons: das Zusammenwirken von Fahrrad, Mensch und sozialer Gruppe. Ein Räderwerk der Tempoverschärfungen, der Höhenmeter und der immer größer werdenden Distanzen, ein fortwährendes Weiter und immer weiter so. Am Ende handelt Zelters neuer Roman von uns allen: von Anpassung und Bereitwilligkeit, von Leistungsdruck und subtiler Tempoverschärfung, von der Unfähigkeit, auch nur eine Pedalumdrehung auszulassen. Es ist der Roman einer Besessenheit.

Eintritt: 8,00 €, ermäßigt: 6,00 €, Mitglieder: 4,00 €

Veranstalter und Kartenvorverkauf:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe

Mo. 4.6. 2018 · 20 Uhr · KOHI-Kulturraum, Werderstr. 47, 76137 Karlsruhe

Julia Jessen

LESUNG SÜD liest aus

Die Architektur des Knotens

Yvonne und Jonas sind ein gutes Paar. Sie kümmern sich liebevoll um ihre Kinder, sie haben einen großen Freundeskreis, sie verstehen sich, beide sind berufstätig, teilen sich die Aufgaben. Warum Yvonne immer mehr das lähmende Gefühl hat, nur noch zu funktionieren, ist ihr selbst rätselhaft. Nur die Gewissheit, dass es so nicht weitergehen kann, die wird immer stärker.

Nach einem Fest geht sie mit einem der jüngeren Gäste noch in eine Bar. Und schläft mit ihm. Aber warum musste sie es ihrem Mann erzählen? Warum dann ihre Familie verlassen? Warum etwas zerstören, was sie perfekt aufgebaut hat? Um dem wunschlosen Unglück, der stillen Zerstörung zuvorzukommen, die man oft erst bemerkt, wenn es zu spät ist?

Julia Jessen erzählt schmerzhaft genau von Konflikten, in denen viele sich wiederfinden, auch wenn sich nur wenige so radikal damit konfrontieren. Und sie erzählt davon, wie eine Familie wieder zusammenfindet, auch wenn es nicht mehr so ist, wie es mal war.

Veranstalter:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe · KOHI-Kulturraum e.V.

Do. 7.6. 2018 · 19 Uhr · Literaturhaus im Prinz-Max-Palais, Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe

Volker Kaminski

liest aus

Auf Probe

Es gibt Jahre, die dahinfließen wie ein gleichmäßiger Strom. Doch dann kommt ein Jahr, in dem sich alles überschlägt und das Leben jede mögliche Wendung nehmen kann. Philipp Gaudi verliert nach langer erfolgreicher Arbeit seinen Job bei einer Softwarefirma. Kurz darauf stirbt seine Mutter, und während er noch innerlich von ihr Abschied nimmt, tritt Walter Berlau in sein Leben, ein Unbekannter, der beharrlich behauptet sein leiblicher Vater zu sein. Gaudi weist ihn brüsk ab – doch er kann nicht verhindern, dass ihm dieser die Lebensgeschichte seiner Mutter noch einmal ganz neu erzählt.

Durch Berlau wird ihm das traurige Schicksal seiner Mutter bewusst, die einst nicht den Mut hatte, ihre große Liebe zu leben, und sich den Konventionen der frühen sechziger Jahre beugte. Gaudi begreift, dass auch er sich ein Herz nehmen und ein Wagnis eingehen muss. Er will nun endlich für seine eigentliche Leidenschaft leben: die Rockmusik. Sein Aufbruch wird unterstützt durch eine neue Liebe, Britta Klabusch. Sie ist es auch, die ihn dazu ermutigt zumindest 'auf Probe' den neuen Vater anzunehmen. Dennoch nimmt das Ringen zwischen Gaudi und Berlau einen fast tragischen Ausgang.

Veranstalter:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe

Mo. 11.6. 2018 · 19 Uhr · Literaturhaus im Prinz-Max-Palais, Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe

Ijoma Mangold

liest aus

Das deutsche Krokodil

Meine Geschichte

Ijoma Alexander Mangold lautet sein vollständiger Name; er hat dunkle Haut, dunkle Locken. In den siebziger Jahren wächst er in Heidelberg auf. Seine Mutter stammt aus Schlesien, sein Vater ist aus Nigeria nach Deutschland gekommen, um sich zum Facharzt für Kinderchirurgie ausbilden zu lassen. Weil es so verabredet war, geht er nach kurzer Zeit nach Afrika zurück und gründet dort eine neue Familie. Erst zweiundzwanzig Jahre später meldet er sich wieder und bringt Unruhe in die Verhältnisse.

Ijoma Mangold, heute einer unserer besten Literaturkritiker, erinnert sich an seine Kindheits- und Jugendjahre. Wie wuchs man als „Mischlingskind“ und „Mulatte“ in der Bundesrepublik auf? Wie geht man um mit einem abwesenden Vater? Wie verhalten sich Rasse und Klasse zueinander? Und womit fällt man in Deutschland mehr aus dem Rahmen, mit einer dunklen Haut oder mit einer Leidenschaft für Thomas Mann und Richard Wagner?

Erzählend beantwortet Mangold diese Lebensfragen, hält er seine Geschichte und deren dramatische Wendungen fest, die Erlebnisse mit seiner deutschen und mit seiner afrikanischen Familie. Und nicht zuletzt seine überraschenden Erfahrungen mit sich selbst.

Veranstalter:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe

Di. 12.6. 2018 · 19 Uhr · Literaturhaus im Prinz-Max-Palais, Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe

Fatma Aydemir, Simone Hirth und Iris Wolff

Romandebüts

Lesung der Literaturstipendiatinnen 2018 des Landes

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg vergibt jährlich Stipendien an junge, vielversprechende Autorinnen und Autoren, die durch ihre Herkunft oder ihr Schaffen mit Baden-Württemberg verbunden sind.

2018 wurden mit jeweils 12.000 Euro ausgezeichnet:

Fatma Aydemir, 1986 in Karlsruhe geboren. Nach dem Studium der Germanistik und Amerikanistik in Frankfurt am Main zog sie 2012 nach Berlin. Sie arbeitet dort als Redakteurin bei der Tageszeitung taz. Außerdem schreibt sie für Spex und Missy Magazine. Mit dem Roman Ellenbogen, der die Suche einer jungen, zwischen zwei Kulturen gefangenen Frau nach ihrem Weg beschreibt, debütierte sie 2017 und wurde dafür mit dem Klaus-Michael-Kühne Preis ausgezeichnet.

Simone Hirth, geboren 1985 in Freudenstadt, studierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Heute lebt sie als Autorin und Lektorin in Niederösterreich. 2016 erschien ihr erster Roman Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft. In ihrem aktuellen Roman Bananama (2017) dekonstruiert sie auf humorvolle Weise utopische Lebensvorstellung aus der Perspektive eines Kindes. Für ihr literarisches Schaffen erhielt sie mehrere Preise, darunter den Anerkennungspreis für Literatur des Landes Niederösterreich 2017.

Iris Wolff, geboren 1977 in Hermannstadt/Siebenbürgen, studierte Germanistik, Religionswissenschaft und Grafik und Malerei in Marburg. Sie war Mitarbeiterin des Deutschen Literaturarchivs Marbach sowie Dozentin für Kunstvermittlung. 2013 erhielt sie ein Stipendium für Literatur der Kunststiftung Baden-Württemberg. Für ihren Roman Halber Stein, eine Reflexion über die Kindheit und die Kraft der Erinnerung, erhielt sie im Jahr 2014 den Ernst-Habermann-Preis.

Eintritt frei

Veranstalter:

Stephanus-Buchhandlung · Literarische Gesellschaft Karlsruhe

Do. 5.7. 2018 · 19 Uhr · Literaturhaus im Prinz-Max-Palais, Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe

Esther Stern

liest

"Da ich nun selbst nicht über die Schranken meiner Zeit hinausreiche"

Texte der Karoline von Günderrode

Esther Stern stellt mit musikalischer Begleitung von Christian Schneider ein Konglomerat des Lebens- und Schreibkonzepts der jung verstorbenen Karlsruher Romantikerin Karoline von Günderrode (1780–1806) vor. Ob Drama, Gedicht, prosaisches Fragment oder Brief: Die Grenzen der Innen- und Außenwelt, denen die Literatin ausgesetzt war, sind manchmal zwischen den Zeilen, manchmal auch ganz explizit formuliert. Entgegen ihrer Prognose, mit ihrem Lebenswerk überschreite sie nicht die Schranken ihrer Zeit, nimmt sich die Veranstaltung genau dies zum Ziel.

Esther Stern, geboren in Heidelberg, studierte Germanistik und Philosophie in Karlsruhe. Sie veröffentlichte mehrere Texte, unter anderem in Beschriftet. Texte junger Autoren (2015) und allmende. Zeitschrift für Literatur Nr. 98 (2016).

Christian Schneider, geboren in Kronstadt, studiert Philosophie am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und ist Mitglied der Karlsruher Kabarett & Kleinkunst Gruppe Die Wahrhaft Schwachen.

Eine Veranstaltung im Rahmen des Literatursommers Baden-Württemberg 2018

Eintritt frei

Veranstalter:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe

Mo. 3.9. 2018 · 20 Uhr · KOHI-Kulturraum, Werderstr. 47, 76137 Karlsruhe

Verena Rossbacher

LESUNG SÜD liest aus

Ich war Diener im Hause Hobbs

Ein Skandal und ein überraschender Todesfall in den besten Kreisen der Zürcher Gesellschaft zwingen einen jungen Diener, die Bruchstücke der Geschichte neu zusammenzusetzen. Doch seine Erinnerung ist unzuverlässig – und so ist nichts, wie es zunächst scheint in diesem vertrackt unheimlichen und betörend leichtfüßigen Roman.

Es war Christian, der Diener der Anwaltsfamilie Hobbs, der den Toten im Gartenpavillon neben der blutbespritzten Chaiselongue fand. Jahre später blickt er zurück und versucht zu verstehen, wie es zu der Katastrophe hat kommen können. Erinnerungen an seine Jugend im österreichischen Feldkirch drängen sich scheinbar zufällig in seine Rekonstruktion: Vier genialisch provinzielle Jungs rezitieren am sommerlichen See in sagenhaften Anzügen Zweig und Hesse, haben ihre ganz eigene Theorie zu gelockten Frauen und das gute Gefühl, dies alles wäre erst der Anfang.

Christian erzählt vom Auseinanderdriften der verschworenen Freunde, von seiner Anfangszeit als Diener in Zürich, als die Wohlstandsidylle der Familie Hobbs noch intakt scheint, von verwirrenden nächtlichen Zimmerbesuchen und von dem fatalen Moment, als die einnehmende Hausherrin Christians alten Freunden begegnet und alles in Schieflage gerät. Und während er die Untiefen der eigenen Schuld auslotet, kommt er einem großen Geheimnis auf die Spur.

Der dritte Roman von Verena Roßbacher ist ein literarisches Ereignis – voller psychologischer Brillanz, umwerfender Poesie und treffsicherem Humor.

Veranstalter:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe · KOHI-Kulturraum e.V.

Mo. 17.9. 2018 · 19 Uhr · Literaturhaus im Prinz-Max-Palais, Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe

Alex Capus

liest aus

Königskinder

Als Max und Tina in ihrem Auto eingeschneit auf einem Alpenpass ausharren müssen, erzählt Max eine Geschichte, die genau dort in den Bergen, zur Zeit der französischen Revolution, ihren Anfang nimmt.

Jakob ist ein Knecht aus dem Greyerzerland. Als er sich in Marie, die Tochter eines reichen Bauern, verliebt, ist dieser entsetzt. Er schickt den Jungen erst in den Kriegsdienst, später als Hirte an den Hof Ludwigs XVI. Dort ist man so gerührt von Jakobs Unglück, dass man auch Marie nach Versailles holen lässt. Meisterhaft verwebt Alex Capus das Abenteuer des armen Kuhhirten und der reichen Bauerntochter mit Max' und Tinas Nacht in den Bergen.

Ein hinreißendes Spiel zwischen den Jahrhunderten. Alex Capus' schönste Liebesgeschichte seit „Leon und Louise“.

Veranstalter:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe

Di. 18.9. 2018 · 19 Uhr · Literaturhaus im Prinz-Max-Palais, Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe

Angela Ulrich

Buchvorstellung

Die Welt kommt zu mir

Über Alfred Bakan

„Er las seine Texte vor, ich malte ihn“ – so kurz und knapp beschreibt die Karlsruher Malerin Angela Ulrich ihre Zusammenkünfte mit Alfred Bakan. Regelmäßig suchte der schwer Lungenkranke ihr Atelier in seinen letzten Lebensjahren mit neuen, gerade fertiggestellten Manuskripten auf.

Zehn Jahre nach Bakans Tod versammelt die Publikation diese Niederschriften gemeinsam mit Ulrichs Protokollen des im Atelier Gehörten und Gesehenen. Die veröffentlichten Texte datieren zumeist auf die drei Tage vom 20. bis 22. Februar 2006, hinzu treten 52 Bildnisse, die von Angela Ulrich in den fünf Jahren der intensiven Begegnung gemalt wurden. Sechs davon entstanden ebenfalls in diesen Februartagen, als Bakan notierte: „die welt kommt zu mir refried boogie aufgelegt diese uralt scheibe von und mit canned heat hitze in dosen (...)“

Prof. Dr. Klaus Gallwitz (Karlsruhe) führt in den Zyklus ein.
Es liest Thomas Rübenacker.

Veranstalter:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe

Mo. 24.9. 2018 · 19 Uhr · Literaturhaus im Prinz-Max-Palais, Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe

Gretchen Dutschke

liest aus

1968

Worauf wir stolz sein dürfen

Unter den Neuerscheinungen zu 1968 wird diese Bilanz eines gesellschaftlichen Aufbruchs gleichzeitig eine der persönlichsten und eine der kritischsten sein. Persönlich, weil nicht nur die Sicht der Autorin, sondern auch ihre von heutiger Warte aus bisweilen bizarren Erlebnisse zum Tragen kommen.

Kritisch, weil sie, obwohl so mitten im Geschehen, immer die zwar sympathisierende, aber eben auch distanzgeprägte Sicht auf eine dann doch „fremde“ Gesellschaft behält. Auf dieser Grundlage gelingt es ihr, die bleibenden „Erfolge“, „Errungenschaften“, „Botschaften“ der mittlerweile historischen 68er zu vermitteln, die weit über das hinausgehen, was in der Zeit selbst im engeren Sinne politisch verhandelt wurde.

Gretchen Dutschke, 1942 geborene Amerikanerin, studierte Theologie in Hamburg und Berlin. 1968 heiratete sie Rudi Dutschke, den führenden Aktivisten und das Symbol der Studentenbewegung 1968.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Literaturtage Karlsruhe 2018

Veranstalter:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe

Mo. 1.10. 2018 · 20 Uhr · KOHI-Kulturraum, Werderstr. 47, 76137 Karlsruhe

Yi Luo, Kevin Kuhn, Luca Manuel Kieser

LESUNG SÜD

Literaturstipendiaten 2018

Kunststiftung Baden-Württemberg

Hinter den drei Namen verbergen sich Graphic Novel, zeitkritische Geschichten und Texte der Identitätssuche – drei junge Köpfe, drei frische Arten des Erzählens, von der Kunststiftung Baden-Württemberg preisgekrönt.

Yi Luo, 1985 in Tianjin (China) geboren, lebt seit 2007 in Deutschland. Nach einem Studium der Illustration in Augsburg studierte sie Animation an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Sie veröffentlichte in Comic-Anthologien und in der Süddeutschen Zeitung. Aktuell arbeitet sie an ihrer zweiten Graphic Novel über ein Mädchen. das verzweifelt versucht, sich zu integrieren.

Kevin Kuhn, 1981 in Göttingen geboren, lebt in Berlin. Er hat Philosophie, Kunstgeschichte und Religionswissenschaft in Tübingen studiert und ist Dozent am Literaturinstitut in Hildesheim. Nach seinen Romanen „Hikkomori“ und „Liv“ greift er in seinem neuen Projekt den schleichenden Prozess der Alzheimer-Krankheit auf.

Luca Manuel Kieser, 1992 in Tübingen geboren, lebt in Wien und studierte Philosophie und Sprachkunst. Er versetzt sich immer wieder in neue Identitäten und erforscht diese akribisch. Werken wie „Raghads Geschichte“ verleiht er stehend und performend auf der Bühne Ausdruck.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Literaturtage Karlsruhe 2018

Veranstalter:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe · KOHI-Kulturraum e.V.

Di. 2.10. 2018 · 20:30 Uhr · Das Sandkorn, Kaiserallee 11, 76133 Karlsruhe

Markus Orths

liest aus

Aber sonst geht es mir gut

Humoresken aus fünfzehn Jahren

„Gestern wär die Oma hundert Jahre alt geworden, aber wenn die damals nicht gestorben wär, dann wär die heute auch nicht mehr am Leben.“

Die Geschichten von Markus Orths lassen sich lesen als eine herrlich pointierte Hommage an den Ton und die Sprache seiner Herkunftsregion, an den Menschenschlag – und vor allem an seine Großmutter, ihre Eloquenz und die Originalität ihres mündlichen Erzählens. Und doch sind sie viel mehr als das: Sie sind nicht weniger als eine augenzwinkernde, literarisch geschliffene Liebeserklärung an das Leben überhaupt, an seine unfreiwillige Komik und die grotesken Blüten, die es mitunter treibt.

Mit feinem Hintersinn, einer guten Portion schwarzen Humors, voller skurriler Begebenheiten und kurioser Dialoge, und nicht selten am Rande der Absurdität balancierend: So kommen sie daher, die Erzählungen von Markus Orths – und bereiten ein geistreich-witziges Lesevergnügen im besten Sinne des Wortes.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Literaturtage Karlsruhe 2018

Veranstalter:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe · Das Sandkorn - Theater und mehr

Fr. 5.10. 2018 · 19 Uhr · Literaturhaus im Prinz-Max-Palais, Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe

Wolfgang Burger

Buchpremiere liest aus

Wen der Tod betrügt

Ein Fall für Alexander Gerlach

Juliana von Lembke, erfolgreiche Managerin und gefürchtete Spezialistin für die Sanierung bankrotter Firmen, wird tot aus dem Neckar gezogen. Anfangs deutet alles auf Selbstmord hin. Doch dann taucht eine Obdachlose auf, die bezeugt, dass Juliana von einer Brücke in den Fluss gestoßen wurde.

Kripochef Alexander Gerlach hat zunächst den Ehemann in Verdacht oder einen ihrer vielen verflossenen Liebhaber. Da Juliana sich bei den Sanierungsaktionen aber viele Feinde gemacht hat, ermittelt er bald auch in dieser Richtung. Dann findet einer von Julianas früheren Liebhaber den Tod, ein Mitarbeiter wird in die Luft gesprengt, und der Ehemann ist plötzlich spurlos verschwunden. Gerlach steht vor seinem vielleicht undurchsichtigsten Fall ...

Eine Veranstaltung im Rahmen der Literaturtage Karlsruhe 2018

Veranstalter:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe

Sa. 6.10. 2018 · 20 Uhr · p8, Pennsylvaniastr. 8, 76149 Karlsruhe

Manja Präkels

liest aus

Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß

In einem scheinbar idyllischen Dorf Ende der 80er Jahre schwindet allmählich die DDR, die zuvor überall anwesend war und die Gesellschaft bis ins Private durchdrang. Zusehends tauchen andere auf, andere Gesinnungen, freiheitliche, doch auch nazistische. Mimi erlebt dies als Kind, ihre eigene Familie verändert sich, ist plötzlich gespalten. Und der Jugendfreund Mimis, Oliver, nennt sich plötzlich nicht nur Hitler, sondern agiert auch so. Er befehligt die Dorfnazis, bis die Situation eskaliert ...

Manja Präkels beschreibt in ihrem Debütroman den Untergang der DDR und den Aufstieg rechter Gruppen in Brandenburg.

Veranstalter:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Literarische Gesellschaft Karlsruhe · Panorame e.V.

Mo. 8.10. 2018 · 19 Uhr · Literaturhaus im Prinz-Max-Palais, Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe

Yoko Tawada

liest aus

Ein Balkonplatz für flüchtige Abende

sowie Akzentfrei

Yoko Tawada erzählt von einer „Loreley“, die sich im Fluss irrt und an der Elbe landet, in Hamburg in den 80er Jahren. Die Identitäten der Figuren in diesem Text sind fließend, zwischen Mann und Frau, Hetero und Homo, Kindheit und Erwachsenensein. Jede Öffnung in der Landschaft entpuppt sich als ein Durchgang zu einer anderen Welt: Der Keller in einer Kneipe führt in die islamische Welt, ein botanischer Garten zum Theater, die Elbe zum Rhein, ein Foto im Zimmer nach Tibet ...

Dieser Text ist wie Wasser, fließender und freier als Prosa, aber doch ein erzähltes Werk, keine Lyrik.

Die Essays in „Akzentfrei“ behandeln das Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen: Alltagserfahrungen der kleinen Missverständnisse, sprachliche Verwirrungen, und die Begegnung mit „kleinen“ Dingen aus dem Alltag eines „neuen Landes“ wie Joghurt führen zu überraschenden Erkenntnissen. Vergnügt folgt man den erhellenden Beobachtungen Tawadas.

Veranstalter:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe

Di. 16.10. 2018 · 19:30 Uhr · Literaturhaus im Prinz-Max-Palais, Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe

Moritz Konrad & friends

Weiberhelden

Ein Abend mit Poetry-Slam und Musik

Moritz Konrad ist ein aufstrebender Poetry-Slammer aus Karlsruhe, der in Form eines Auftragswerkes seine Sicht auf literarische Frauengestalten beisteuert. In Szene setzen wir diese neue Sprachkreation mit Musik.

Eine Veranstaltung im Rahmen des Literatursommers Baden-Württemberg 2018 in Zusammenarbeit mit der Stiftung Centre Culturel Franco-Allemand Karlsruhe

Veranstalter:

Stephanus-Buchhandlung · Literarische Gesellschaft Karlsruhe

Do. 18.10. 2018 · 19 Uhr · Literaturhaus im Prinz-Max-Palais, Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe

Die Veranstaltung fällt aus wegen Krankheit.

Guntram Vesper

liest aus

Nördlich der Liebe und südlich des Hasses

sowie aus Tieflandsbucht

„Nördlich der Liebe und südlich des Hasses“ ist ein Buch über unser Land und unsere Zeit. Die erfundenen, erinnerten und rekonstruierten Geschichten, die Fragmente, die kurzen Romane und langen Anekdoten erzählen von Stadt und Land, von Vorstadtbewohnern und Dörflern, von Nachbarn und Verwandten, von Heimat und Fremde, Pistolen und Träumen, Idylle und Brutalität: deutsche Wirklichkeit und Wahrheit unserer Tage.

Nach dem überragenden Erfolg des Romans „Frohburg“, der mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2016 ausgezeichnet wurde, erscheint nun die gesammelte Prosa von Guntram Vesper, begleitet von einem Nachwort des Essayisten und Kritikers Helmut Böttiger.

„Tieflandsbucht“ sammelt erstmals die Gedichte von Guntram Vesper seit den Fünfzigerjahren, ein einzigartiges, beeindruckendes lyrisches Werk, das souverän neben dem großen Roman Frohburg und der gesammelten Prosa „Nördlich der Liebe und südlich des Hasses“ steht.

Veranstalter:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe

Do. 25.10. 2018 · 19 Uhr · Literaturhaus im Prinz-Max-Palais, Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe

Tristan Marquardt, Swantje Lichtenstein und Matthias Kniep

Minnesang-Anthologie

Unmögliche Liebe

Eine Liebeserklärung an die Liebesgedichte des Mittelalters

In einem Café stellen Büchner-Preisträger Jan Wagner und Tristan Marquardt fest, dass sie ihre Begeisterung für mittelhochdeutsche Liebesgedichte verbindet. Die Idee zu einer Anthologie entsteht, die sie später zusammen herausgeben. In dieser übertragen Lyriker der Gegenwart Minnelieder aus dem Mittelhochdeutschen. Der Band Unmögliche Liebe (2017) lässt drei Arten der Übertragungen erkennen: Neben Übersetzungen, die Texttreue mit vorsichtiger Modernisierung verknüpfen, stehen subtile Nachahmungen der Originale und das schroffe Aufbrechen des hohen Minnetons und sein gleichzeitiger Zerfall. Die Anthologie ist eine Konfrontation zweier literarischer Epochen, die sich ganz der Unmöglichkeit und Vergeblichkeit der Liebe widmet.

Herausgeber Tristan Marquardt wird den Band Unmögliche Liebe vorstellen. Mit dabei sind Swantje Lichtenstein Matthias Kniep, die Einblicke in die Kunst der Übersetzung und der Interpretation geben.

Tristan Marquardt, 1987 in Göttingen geboren, heißt eigentlich Alexander Rudolph. Nach seinem Studium der Deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft und der Griechischen Literaturwissenschaft in Zürich und Berlin ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Deutsche Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München tätig. Promoviert wurde er über den Minnesang Heinrichs von Rugge. Er ist aktiv als Poetry Slammer, Lyriker, Übersetzer und Literaturvermittler. Der Mitbegründer des Berliner Lyrikkollektivs G13 war mehrfach Finalist beim open mike der Literaturwerkstatt Berlin. 2013 erschien sein Lyrikdebüt das amortisiert sich nicht.

Swantje Lichtenstein ist Künstlerin, Professorin und spezialisiert auf klang- und sprachbasierte Kunst. Sie studierte Philosophie, Literaturwissenschaft und Soziologie in Tübingen, Köln und Bonn. 2001 wurde sie an der Universität in Köln über poetologische, performative Lyrik promoviert. Seit 2007 lehrt sie an der Hochschule Düsseldorf im Fachbereich Kultur-Ästhetik-Medien als Professorin Text und ästhetische Praxis. Die Expertin für Grenzgänge zwischen Performance, Text, (elektro-akustischem) Sound und Theorie performte weltweit auf verschiedenen Festivals und Orten und organisiert Veranstaltungsreihen und Festivals.

Matthias Kniep, 1971 in Itzehoe geboren, studierte Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie in Kiel. Er wurde über Heldenkonzeptionen in der Populärkultur promoviert. Er arbeitet als Übersetzer im Berliner Haus für Poesie.

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Germanistische Mediävistik und Frühneuzeitforschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Veranstalter:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe

Mo. 5.11. 2018 · 20 Uhr · KOHI-Kulturraum, Werderstr. 47, 76137 Karlsruhe

Josefine Rieks

LESUNG SÜD liest aus

Serverland

Das Internet ist seit Jahrzehnten abgeschaltet, die Statussymbole von früher sind nur noch Elektroschrott. Reiner, Mitte zwanzig, sammelt Laptops aus dieser lange vergangenen Zeit und wird zum Begründer einer Jugendbewegung, die verklärt, was es früher wohl einmal gab – die Freiheit einer Gesellschaft, die alles miteinander teilt. Mit Hilfe einer Autobatterie gelingt es, eine Verbindung zu lange stillgelegten Servern herzustellen. Die Jugendlichen sehen, was seit Jahrzehnten keiner mehr gesehen hat: das Internet.

Mit einem sezierenden Blick auf unsere Gegenwart hat Josefine Rieks einen rasanten wie klugen Roman geschrieben. Ein Debüt, das man mit weit aufgerissenen Augen liest.

Veranstalter:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe · KOHI-Kulturraum e.V.

Mo. 12.11. 2018 · 19 Uhr · Literaturhaus im Prinz-Max-Palais, Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe

Die Veranstaltung ist ausverkauft.

Denis Scheck

druckfrisch mit

druckfrisch

Neue Bücher - verrissen und gelobt

Denis Scheck kennt den Literaturbetrieb wie seine Westentasche. Seine Berufung: „Literaturkritiker aus Leidenschaft“. Und so spricht er nicht nur in seiner Sendung, sondern auch im Karlsruher Literaturhaus Klartext: Sachkundige Empfehlungen, eklatante Verrisse und feine Ironie – ein Abend mit dem „Streiter für das Wahre, Schöne, Gute“ bietet beste Unterhaltung und Orientierung im Bücherdschungel. Versprochen!

Veranstalter:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe

So. 18.11. 2018 · 18 Uhr · Stephanssaal, Ständehausstr. 4, 76133 Karlsruhe

Harald Hurst und Gunzi Heil

Karlsruher Abend

Live - was sonscht!

Badische Mundart und fein pointierte Satire, Handpuppen und ein schwarzes Piano gehören zum Programm, wenn Harald Hurst und Gunzi Heil auftreten.

Harald Hurst versteht es wie kein anderer, in seiner „Sproch für dehaimrum“ die großen und kleinen Katastrophen des Daseins zu Erzählungen zu verdichten, die den Sumpf des Alltags wohltuend locker umwälzen und in befreiendem Lachen entkrampfen.

Gunzi Heil, der „semmelblonde Schlacks“ und Kleinkunstpreisträger des Landes, ist Kabarettist, Musiker, Puppenspieler und am liebsten alles gleichzeitig. Am Klavier testet er den badischen Slang auf seine Evergreen-Tauglichkeit – traditionell einer der Höhepunkte der Karlsruher Bücherschau.

Veranstalter:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Literarische Gesellschaft Karlsruhe · Bücherschau

Eine Veranstaltung im Rahmen der Karlsruher Bücherschau

Di. 20.11. 2018 · 19 Uhr · Literaturhaus im Prinz-Max-Palais, Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe

Christian Luckscheiter

Drei Elsässer schreiben Literaturgeschichte

René Schickele, Ernst Stadler, Hans Jean Arp

Mit einer Gedicht-Auswahl von Hans Jean Arp hat die Literarische Gesellschaft nach den Anthologien zu René Schickele und Ernst Stadler den dritten Band der Reihe mit Texten elsässischer Autoren des 20. Jahrhunderts herausgegeben.

René Schickele: Das Wort hat einen neuen Sinn

Erst Stadler: Denn der Zukunft dient alle wahre Kunst!

Hans Jean Arp: Ich bin in einer wolke geboren – je suis né dans un nuage

Die Bände sind mit einem Nachwort von Christian Luckscheiter versehen.

Der promovierte Literaturwissenschftler Christian Luckscheiter skizziert im Vortrag Leben und Werk der oberrheinischen Klassiker.

Eintritt frei

Veranstalter:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe · Bücherschau

Eine Veranstaltung im Rahmen der Karlsruher Bücherschau

Mi. 21.11. 2018 · 19 Uhr · Literaturhaus im Prinz-Max-Palais, Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe

Judith Schalansky

liest aus

Verzeichnis einiger Verluste

Die Weltgeschichte ist voller Dinge, die verloren sind – mutwillig zerstört oder im Lauf der Zeit abhandengekommen. In ihrem neuen Buch widmet sich Judith Schalansky dem, was das Verlorene hinterlässt: verhallte Echos und verwischte Spuren, Gerüchte und Legenden, Auslassungszeichen und Phantomschmerzen.

Ausgehend von verlorengegangenen Natur- und Kunstgegenständen wie den Liedern der Sappho, dem abgerissenen Palast der Republik, einer ausgestorbenen Tigerart oder einer im Pazifik versunkenen Insel, entwirft sie ein naturgemäß unvollständiges Verzeichnis des Verschollenen und Verschwundenen, das seine erzählerische Kraft dort entfaltet, wo die herkömmliche Überlieferung versagt.

Die Protagonisten dieser Geschichten sind Figuren im Abseits, die gegen die Vergänglichkeit ankämpfen: ein alter Mann, der das Wissen der Menschheit in seinem Tessiner Garten hortet, ein Ruinenmaler, der die Vergangenheit erschafft, wie sie niemals war, die gealterte Greta Garbo, die durch Manhattan streift und sich fragt, wann genau sie wohl gestorben sein mag, und die Schriftstellerin Schalansky, die in den Leerstellen ihrer eigenen Kindheit die Geschichtslosigkeit der DDR aufspürt.

So handelt dieses Buch gleichermaßen vom Suchen wie vom Finden, vom Verlieren wie vom Gewinnen und zeigt, dass der Unterschied zwischen An- und Abwesenheit womöglich marginal ist, solange es die Erinnerung gibt – und eine Literatur, die erfahrbar macht, wie nah Bewahren und Zerstören, Verlust und Schöpfung beieinanderliegen.

Veranstalter:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe · Bücherschau

Eine Veranstaltung im Rahmen der Karlsruher Bücherschau

Di. 27.11. 2018 · 20:15 Uhr · Regierungspräsidium KA, Karl-Friedrich-Str. 17, 76133 Karlsruhe

Carolin Callies

Präsentation und Lesung

allmende – Zeitschrift für Literatur präsentiert die 101. Ausgabe

Die Literaturzeitschrift allmende ist in Baden-Württemberg seit 37 Jahren eine der herausragenden Veröffentlichungen ihres Genres. Ende 2018 erscheint die 101. Ausgabe mit dem Thema „Poesie zwischen Theorie und Praxis“ im Fokus.

Im Kontext der aktuellen zeitgenössischen Malerei wird gefragt, wo Poesie ihren Auftritt im Spannungsfeld von Praxis und Theorie hat. Der Begriff der Poiesis als möglicher Vermittler in dieser Dichotomie wird aufgegriffen und seine Konsequenz für die Kunst ausgelotet. In der Ausgabe treten literarische und künstlerische Praxis sowie Kunstphilosophie in lyrischen als auch theoretischen Texten in einen Dialog.

Diesmal mit Beiträgen von Kathrin Busch, Barbara Köhler, Monika Rinck, Oswald Egger, Carolin Callies, Dieter Mersch, Kathrin Busch, Christina Griebel, Carolin Meister und Daniela Seel.

2017 hat die allmende den Kulturförderpreis des Landes Baden-Württemberg bekommen. Die „allmende trägt mit einem breiten Fächer an Themen dazu bei, dass sich Literatur in Zeiten des beschleunigten Wandels einen gesellschaftskritischen Funktionsraum bewahren kann“, heißt es in der Begründung der Jury.

Es liest allmende-Autorin Carolin Callies.
Carolin Callies, geboren 1980 in Mannheim, lebt in Ladenburg bei Heidelberg. Veröffentlichungen in Zeitschriften (Bella triste, Allmende, POET, Neue Rundschau) und Anthologien (Jahrbuch der Lyrik, Trakl und wir: Fünfzig Blicke in einen Opal, Lyrik-Taschenkalender, Gegenstrophe).

Eintritt frei.

Veranstalter:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe · Bücherschau

Eine Veranstaltung im Rahmen der Karlsruher Bücherschau

Mo. 3.12. 2018 · 20 Uhr · KOHI-Kulturraum, Werderstr. 47, 76137 Karlsruhe

Schlecky Silberstein

LESUNG SÜD liest aus

Das Internet muss weg

Ausgerechnet Schlecky Silberstein, Kultakteur in der Netzgemeinde, propagiert diesen Leitspruch: „Das Internet muss weg.“ Der Blogger und Online Comedian kennt das Netz wie seine Westentasche. Und gerade deshalb warnt er davor. Dank Fake News, Filterblasen und Social Bots erlangen Konzerne, politische Entscheidungsträger und Kriminelle zunehmend Kontrolle über weite Teile der Menschheit.

Schlecky Silberstein analysiert den „Daten-Kasino-Kapitalismus“, in dem unsere Daten als Handelsware gezielt eingesetzt werden, um unser Verhalten vorherzusagen und zu beeinflussen. Nicht nur Donald Trump wusste ihn auf seinem Weg zur Macht zu nutzen, auch unsere eigene Gesellschaft droht von programmierbaren Propaganda-Maschinen gelenkt zu werden. Können wir einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet lernen oder hilft nur noch die sofortige Abschaltung?

Veranstalter:

Stephanus-Buchhandlung · Metzlersche Buchhandlung · Buchhandlung Der Rabe · Buchhandlung Mächtlinger · Literarische Gesellschaft Karlsruhe · KOHI-Kulturraum e.V.

Im Jahr 2018 gab es bisher 41 Termine.

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